Lese-Tipp Nr. 12: „Der Bus von Rosa Parks“

Fabrizio Silei, Maurizio A.C. Quarello
Mit einem Geleitwort von Amnesty International
Verlagshaus Jacoby Stuart
14,95 €
ab 11 Jahren

 

Bus ParksWisst ihr, wer die automatische Ampel erfunden hat? Nein? Das war Garrett Augustus Morgan (1877 -1963), ein afroamerikanischer Erfinder. Weil die Beiträge afroamerikanischer Männer und Frauen zur Geschichte und Kultur der USA in der öffentlichen Wahrnehmung kaum vorkommen, begann Dr. Carter G. Woodson, der Sohn früherer Sklaven, im Jahr 1926 mit der Durchführung des Black History Month, des Monats der Schwarzen Geschichte. Auch in Deutschland wird der Black History Month im Februar mit Konzerten, Veranstaltungen und einem Programm für Kinder gefeiert. Das Buch, das ich dieses Mal vorstelle, handelt von einer wichtigen Episode aus der Geschichte von Schwarzen: In „Der Bus von Rosa Parks“ wird die Geschichte der Afroamerikanerin Rosa Parks erzählt, die sich mutig gegen Ungerechtigkeit gewehrt hat.
Eher widerwillig lässt sich Ben von seinem Großvater dazu überreden, mit ihm das Henry Ford Museum zu besuchen. Den alten Bus, den der Großvater ihm zeigt, findet Ben absolut enttäuschend. Doch dann fängt der Großvater an, die Geschichte dieses Busses zu erzählen, die auch seine eigene ist: Er selbst war am 1. Dezember 1955 in diesem Bus, als sich Rosa Parks mutig auf einen Platz setzte, der Weißen vorbehalten war. Ihre Verhaftung wurde zum Auslöser für die Entstehung der von Martin Luther King angeführten Bürgerrechtsbewegung für die Rechte Schwarzer in den USA. Gebannt hört Ben zu, wie sein Großvater die Geschichte der Rassentrennung in den USA erzählt. Schließlich gesteht der Großvater, dass ihn bis heute Schuldgefühle quälen, weil er es damals aus Angst vor Repressionen nicht gewagt hat, Rosa Parks in ihrem Kampf gegen das rassistische Gesetz beizustehen. Ben umarmt seinen Großvater und überlegt: „Was am meisten hilft, ist, die eigene Angst zu überwinden und zu wissen, dass man im Recht ist.“ Beim Eisessen sehen sie in der Zeitung das Bild des neuen Präsidenten von Amerika. Seine Haut und seine Augen haben die gleiche Farbe wie die von Ben.
Ein beeindruckendes Buch darüber, was der Mut einzelner Menschen zu bewirken vermag. Für schwarze Kinder bietet dieses Buch wichtige Identifikationsmöglichkeiten. Alle Kinder lernen eine bedeutende Epoche schwarzen Widerstands kennen und erfahren, dass es möglich ist, sich gegen Ungerechtigkeiten zu wehren.

Gabriele Koné von Aufwind e.V. in Zusammenarbeit mit der Fachstelle KINDERWELTEN

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